Schweizer Armee: „Richtige Männer gehen ins Militär“ – Markus Somm im Armee-Podcast
Kaum einer in der Schweizer Medienlandschaft provoziert so pointiert, argumentiert so scharf – und begeistert so konsequent wie Markus Somm.
Im Podcast der Schweizer Armee trifft der Historiker, Journalist und Chefredaktor des «Nebelspalter» auf Oberst i Gst Mathias Müller – und liefert eines der energiegeladensten Gespräche des Jahres.
Markus Somm beginnt mit einer Aussage, die bereits auf YouTube hohe Wellen geworfen hat: «Richtige Männer gehen ins Militär. Wer sein Land, seine Frau, seine Kinder verteidigt, das ist männlich. Alles andere ist Wischiwaschi.»
Einst GSOA, heute Armeebefürworter
Eine Provokation? Ja. Aber eine, die Somm bewusst setzt. Seine Botschaft: Jungen Männern fehle heute eine Aufgabe, ein Prüfstein, eine Form von Verantwortung.
Dabei könnte seine eigene Wandlung nicht grösser sein. In den 80er Jahren war Somm Mitglied der GSOA, engagierte sich gegen den Kauf des F/A-18 und verliess später sogar über den «blauen Weg» die Armee. Heute sieht er diesen Entscheid als Fehler: Die militärische Führungsausbildung fehle ihm, sagt er offen – und erklärt, warum er seither systematisch Offiziere in Redaktionen eingestellt hat.
Kritisches Denken und Armee – kein Widerspruch
Überraschend differenziert zeigt sich Somm, wenn es um die Tradition der Schweizer Milizarmee geht. Kritisches Denken, sagt er, sei historisch ein Kern des Schweizer Soldatentums – von Landsgemeinden über die legendären «Kriegergemeinden» bis hin zum modernen Milizsystem. Die Schweiz sei erfolgreich, weil sie widerspreche, diskutiere und ringe. Diese Dialektik sei eine Stärke, nicht ein Hindernis.
Bewunderung für militärische Führungspersonen der Schweiz
Fasziniert spricht er über die grossen Gestalten der Schweizer Militärgeschichte: General Dufour, der den Sonderbundskrieg schnell, human und mit moralischem Kompass beendete, und General Guisan, den er als «beliebtesten Schweizer aller Zeiten» bezeichnet. Besonders beeindrucke ihn Guisans Fähigkeit, eine Nation in der dunkelsten Stunde zu einen und sein legendäres Namensgedächtnis, das Vertrauen und Nähe schuf. Somm bringt es in einem Satz auf den Punkt: «Gute Militärs führen nicht gerne Krieg, aber sie wissen, was auf dem Spiel steht.»
Das Gespräch ist scharf, historisch fundiert, persönlich – und zeigt einen Markus Somm, der die Armee nicht nur verteidigt, sondern als unverzichtbaren Pfeiler der schweizerischen Identität begreift.
Quelle: Kommunikation Verteidigung, VBS, Mathias Müller
Bildquelle: © VBS/DDPS
