Schweizer Armee: Weltraum-Soldaten verraten, wie sie für das All ausgebildet werden
Drei Soldaten der Weltraum-Rekrutenschule berichten über ihre Motivation und ihre Erfahrungen mit dieser Ausbildung.
Zudem haben sie einige Tipps und Hinweise für Stellungspflichtige, welche sich für das Kompetenzzentrum Weltraum interessieren.
Die Beweggründe für die Weltraum-Rekrutenschule sind vielfältig – das zeigt ein Besuch im Kompetenzzentrum Weltraum (Komp Zen Wrm): Soldat Noel meldete sich frühzeitig für die Weltraum-RS: „Als ich vom Komp Zen Wrm hörte, habe ich mich sofort beworben. Der Weltraum und die damit verbundene Wissenschaft haben mich schon immer fasziniert.“
Soldat Aiden war bereits in einer anderen RS eingeteilt und hörte in einem Vortrag vom Komp Zen Wrm: „Das hat mich gepackt und ich wollte von Anfang an dabei sein.“
Bei Soldat Jamie gab ein Arbeitskollege den Impuls: „Er sagte, hier lerne man viel und könne selbstständig arbeiten.“
Wichtige Kompetenzen fürs Berufsleben
Die Weltraum-RS vermittelt Kompetenzen über den militärischen Kontext hinaus. „Ich habe gelernt, strukturiert und selbstständig zu arbeiten“, sagt Soldat Aiden. Vermittelt würden auch Zeitmanagement, professionelle Kommunikation und Teamarbeit, ergänzt Soldat Noel.
Für ihn ergeben sich sogar neue Karriereperspektiven: „Nach meinem Bachelor in Politikwissenschaften möchte ich nun Astrophysik studieren und später im Weltraumbereich arbeiten.“
Auch der als Informatiker tätige Soldat Jamie profitiert: „Ich kann mein Informatikwissen anwenden und gleichzeitig Neues ausprobieren“, erklärt er.
Sechs Spezialisierungen im Kompetenzzentrum Weltraum
Im Komp Zen Wrm gibt es sechs Spezialisierungen: Lageverfolgung, Operationen, Weltraumlogik, Front- und Back-End-Softwareentwicklung, IKT-Systeme sowie Betrieb von Bodenstationen.
Soldat Aiden und Soldat Noel sind in der Lageverfolgung (auch Space Situational Awareness) tätig: „Wir analysieren und überwachen die Position und Bewegung von Satelliten und weiteren Objekten“, erklärt Soldat Aiden.
Soldat Noel ergänzt: „Wir beobachten alles, was im Weltraum geschieht. Besonders genau verfolgen wir, was rund um die Erde geschieht.“
Soldat Jamie betreut die digitale Infrastruktur: „Ich arbeite an der elektronischen Infrastruktur, die für unsere Systeme notwendig ist.“
Gemeinsam mit den restlichen Spezialisten des Komp Zen Wrm gewährleisten sie die militärische Lagebeurteilung im All und tragen so zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Armee bei.
Hohe Anforderungen und steile Lernkurve
Die Weltraum-RS fordert körperlich und geistig. „Die militärische Grundausbildung war physisch anspruchsvoll“, erinnert sich Soldat Noel.
Gleichzeitig verlangt der weltraum-spezifische Teil Einsatz und Konzentration: „Man muss sich schnell in neue Themen einarbeiten.“
Soldat Aiden ergänzt: „Man arbeitet oft unter Zeitdruck. Besonders in der Fokuswoche wird viel Wissen über den Weltraum und über die militärische Grundausbildung vermittelt und geprüft.“
Für Soldat Jamie waren vor allem mathematische Berechnungen herausfordernd: „Trotz einer Informatiklehre war dieses Niveau neu für mich, mit logischem Denken aber machbar.“
Tipps für weltraumaffine Stellungspflichtige
„Wer sich für den Weltraum interessiert, sollte es unbedingt versuchen“, sagt Soldat Aiden.
„Man muss aber bereit sein, sehr schnell und viel zu lernen“, betont Soldat Noel.
Einen Tipp hat auch Soldat Jamie: „Es lohnt sich, sich bereits vor der RS mit dem Thema zu befassen.“
Alle drei sehen die Weltraum-RS als Chance, wertvolle Erfahrungen in einem zukunftsorientierten Bereich zu sammeln und davon später auch im Berufsleben zu profitieren. Zwei der Interviewten absolvieren in Kürze die Unteroffiziersschule, um dann künftige Weltraumsoldaten und -soldatinnen auszubilden.
Quelle: Schweizer Armee/Kommunikation Verteidigung, Christian Bärtschi / KI
Bildquelle: VBS/DDPS